Am 1. März 2022 — wenige Tage nach Kriegsbeginn — starteten wir kostenlose Dolmetschdienste in Ukrainischer Gebärdensprache für gehörlose Geflüchtete. Wir bauten unser System um, stellten ukrainische Dolmetscher ein und nahmen Anrufe rund um die Uhr entgegen.
Die Ukrainische Gebärdensprache unterscheidet sich von der polnischen — deshalb stellten wir Dolmetscher aus der Ukraine ein, die u. a. aus Iwano-Frankiwsk, Góra Kalwaria, Gubin und Warschau arbeiteten. Sie begleiteten gehörlose Geflüchtete an Grenzübergängen, in Krankenhäusern, Behörden und Schulen — und waren aus der Ferne bei mehr als dreißig Geburten dabei.
Olena Selenska, First Lady der Ukraine, stellte den Dienst tlumacz.migam.org/ukraina auf ihrem offiziellen Kanal vor. Genutzt wurde er von gehörlosen Ukrainerinnen und Ukrainern in Polen sowie von jenen, die nach Schweden, Norwegen, Italien, in die Niederlande, nach Tschechien und Deutschland gelangten.
Zunächst finanzierten wir den Dienst aus eigenen Mitteln, dann unterstützten uns die Banken BNP Paribas und Credit Agricole, später das International Rescue Committee (IRC) — eine globale humanitäre Organisation, dank der das Dolmetschen rund um die Uhr lief.
Nach dem Ende der IRC-Finanzierung (Januar 2024) konnten wir die Kosten nicht allein tragen. Die ukrainische Community hat beim polnischen Ministerium für Familie, Arbeit und Sozialpolitik eine Petition zur Reaktivierung eingereicht. Wir sind bereit, das Dolmetschen wieder aufzunehmen — und suchen einen Finanzierungspartner.